11.09.19

Orthopäden-Check: Rucksack oder Umhängetasche?

"Ein Rucksack ist grundsätzlich zu empfehlen, weil er symmetrisch getragen wird und keine einseitigen Belastungen verursacht", erklärt Orthopädin Dr. Caroline Werkmeister, die das Athleticum am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf leitet. Vorausgesetzt der Rucksack wird richtig über beide Schultern getragen und nicht nur lässig über eine Seite gehängt. Gleiches gilt für die derzeit gerade bei Jugendlichen sehr beliebten (Hipster-)Turnbeutel, die wie Rucksäcke auf dem Rücken getragen werden.

Wichtig ist, dass die Tasche nicht zu schwer und subjektiv angenehm zu tragen ist. Eine Frage sollte man sich dabei auf alle Fälle stellen: Brauche ich wirklich all das, was ich mit mir herumschleppe? Das gilt natürlich auch für Schulranzen und Schulrucksäcke. Unnötigen Ballast sollte man nach Möglichkeit aussortieren. Und die Verteilung des Gewichts spielt eine Rolle: Die Tragegurte sollten ausreichend breit sein. Dadurch wird die Last auf mehr Fläche verteilt. Entsprechend sind die In-Beutel der Teenies für nicht so viel Gewicht ausgelegt.

Aus Sicht der Orthopädin ist aber gegen andere Taschen grundsätzlich nichts einzuwenden, vor allem wenn die Mischung stimmt. "Verschiedene Taschen abwechselnd zu tragen macht Sinn. So werden verschiedene Muskelgruppen aktiviert und einseitige Belastungen vermieden."

Aus den gleichen Gründen ist es ratsam, bei Umhängetaschen immer mal die Seiten zu wechseln. Denn beim Tragen der sogenannten Messenger Bags neigt man dazu, eine Schulter hochzuziehen. Nur wer Probleme mit der Halswirbelsäule hat, sollte sich vielleicht doch von seiner geliebten Kuriertasche verabschieden. Der Trageriemen engt oft die sensiblen Strukturen am Hals-Nackenbereich ein. Dies könne zu Nerven- und Muskelirritationen im obersten Teil der Wirbelsäule führen.

Quelle: dpa, äin-red
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