17.05.19

Zu hoher Blutdruck: Individuelles Risiko bestimmt Therapie

Nicht jeder Bluthochdruck-Patient muss gleich Medikamente nehmen. Gerade bei nur leicht erhöhten Werten ist es oft sinnvoller, anders gegenzusteuern - mit mehr Bewegung, weniger Körpergewicht oder weniger Salz im Essen zum Beispiel. Es gibt aber auch Fälle, in denen es kaum ohne Blutdrucksenker geht.

Entscheidend für die Frage "Medikamente oder nicht?" ist vor allem, wie hoch das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung ist - darunter auch Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Gefahr solcher Erkrankungen steigt durch Bluthochdruck grundsätzlich, gleichzeitig gibt es aber auch noch weitere Faktoren: chronische Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes etwa, Rauchen, Alter und Geschlecht. Männer und Ältere sind gefährdeter als Frauen und Jüngere.
 
Das bedeutet: Zwei Menschen mit den gleichen Blutdruckwerten haben eventuell ein unterschiedlich hohes Risiko von Folgeerkrankungen (z.B. Nierenerkrankungen) und deshalb auch ganz unterschiedliche Antworten auf die Frage nach den Blutdrucksenkern. Patienten sollten sich daher individuell von ihrem Arzt beraten lassen und sich auch über die möglichen Nebenwirkungen der für sie geeigneten Medikamente informieren.

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen(IQWIG), Gesundheitsinformation.de, dpa

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