30.07.19

Blasenentzündung nicht verschleppen

Immer wieder Druck auf der Blase. Und dann - endlich auf der Toilette - schmerzt und brennt es beim Wasserlassen. So äußert sich eine Blasenentzündung in den meisten Fällen. Leichtere Fälle können Betroffene mitunter mit viel Trinken, Wärme und Ruhe selbst therapieren. Tritt auf diese Weise nach zwei Tagen keine Besserung ein, sollte man unbedingt zum Arzt gehen - dann muss die Entzündung, abhängig von der bakteriellen Urinbelastung, eventuell mit Antibiotika behandelt werden.

In 95 Prozent aller Erkrankungen sind Frauen betroffen. Der Grund ist, dass bei Frauen die Harnröhre kürzer ist als beim Mann. Zudem liegt bei Frauen der Harnröhrenausgang nah am After. Beim Mann ist eine Blasenentzündung oft mit einer Entzündung der Prostata verbunden.

Blasenentzündungen - in der medizinischen Fachsprache "akute Zystitis" genannt - werden meist durch Keime hervorgerufen. Häufigste Ursache ist die Verschleppung von Bakterien aus dem Darm zur Harnblase. Aber auch andere Erreger können der Auslöser sein. Meistens sind es dann Scheidenbakterien, die durch die Bewegungen beim Geschlechtsverkehr zur Blase transportiert werden - also keine Bakterien vom Partner. Die Keime dringen über die Harnröhre in die Blase ein. Sie reizen die Blasenwand und lösen eine Entzündung aus.

Wenig trinken, Kälte, Wechseljahre sind Risikofaktoren

Risikofaktoren sind Kälte und Nässe (und damit verbunden eine schlechtere Durchblutung der Schleimhäute), hormonelle Veränderungen z.B. im Zuge der Wechseljahre (Östrogen-Mangel), ein geschwächtes Immunsystem oder Stoffwechselstörungen wie etwa Diabetes. Schleimhautschäden im Intimbereich durch wiederholte Infektionen, zum Beispiel Pilzinfektionen, sind weitere Risikofaktoren. Hinzu kommt, dass viele Frauen mit zunehmendem Alter immer weniger trinken. Dadurch werden erstens aufsteigende Keime beim Wasserlassen nicht herausgespült, und zweitens wird die Blasenschleimhaut durch den konzentrierteren und damit aggressiveren Urin zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen.

Auch eine sogenannte "Honeymoon-Zystitis" macht Frauen nicht selten zu schaffen. Übersetzt bedeutet das "Flitterwochen-Blasenentzündung". Daran erkranken können Frauen, die sehr häufig Geschlechtsverkehr haben. Zu der Entzündung kommt es durch eine dauerhafte mechanische Beanspruchung der Schleimhaut im Intimbereich. Dadurch kann es Darmbakterien erleichtert werden, in den Harntrakt aufzusteigen. Vorbeugen können Frauen, in dem sie unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr die Blase entleeren - so werden dann möglicherweise vorhandene Keime ausgespült.

Das hilft...

Auch pflanzliche Arzneimittel, die ohne Rezept in der Apotheke erhältlich sind, können Beschwerden lindern. Schwangere, Männer, Kinder sowie Frauen mit chronischer Blasenentzündung sollten aber schon bei anhaltenden Beschwerden zum Arzt gehen. Gleiches gilt auch dann, wenn sich im Urin Blut befindet oder Betroffene Schmerzen im unteren Rückenbereich haben. Verschrieben wird dann in aller Regel ein Antibiotikum. Ohne eine solche Therapie besteht die Gefahr, dass die Keime aus der Blase über die Harnleiter aufsteigen und die Nieren befallen.

Normalerweise dauert die Therapie mit einem Antibiotikum zwischen drei und zehn Tagen. Patienten sollten unbedingt den Anweisungen des Arztes folgen und das Präparat so lange einnehmen, wie es verordnet wurde. Sonst kann der Infekt wiederkehren.

Schwimmzeug immer wechseln

Als unwahrscheinlich gilt, dass man sich auf einer Toilette infiziert, die zuvor jemand mit Blasenentzündung aufgesucht hat. Keime, die sich möglicherweise noch in der Toilettenschüssel befinden, können schließlich "nicht springen". Dagegen ist es möglich, dass feuchtes Badezeug, das nach dem Schwimmen nicht gewechselt wird, die Intimregion auskühlen lässt und den Abwehrmechanismus schwächt. Das kann die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigen. Tabu sollte auch das Sitzen auf einem kalten Untergrund sein.

Regelmäßig die Blase entleeren

Grundsätzlich einer Blasenentzündung vorbeugen kann man, indem man viel trinkt und die Blase regelmäßig leert. Auch die Füße hält man besser warm.

Quelle: dpa, Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände, äin-red, Berufsverband der Frauenärzte