06.03.13

Bayern: starke Grippewelle dauert an

In Bayern sind nach Angaben des Hausärzteverbandes derzeit fast 3.800 Menschen an Grippe (Influenza) erkrankt. Das seien fast doppelt so viele wie in Baden-Württemberg und deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt. Grund sei, dass im Freistaat nicht genügend Impfstoff zur Verfügung gestanden habe, erklärte Verbandssprecher Torsten Fricke in München.

Die Erkrankung betreffe alle Altersgruppen und könne innerhalb von wenigen Stunden nach der Infektion ausbrechen. Menschen, die betroffen sind, würden in der Regel unter Husten, hohem Fieber, Schlafstörungen, Durchfall und Erbrechen leiden. Hinzu komme die Erschöpfung.

Die aktuelle Grippewelle wird von Ärzten in Bayern als schwer eingestuft. Das ergab eine dpa-Umfrage. Viele Hausärzte mussten Patienten ins Krankenhaus einweisen. Diese Grippe ist akuter als in den letzten Jahren. Einige Patienten haben Lungenentzündungen und große Probleme beim Atmen.

Vermehrt Klinikeinweisungen für Influenza-Patienten

Auf der Intensivstation des Uni-Klinikums in München liegen derzeit sechs Grippepatienten. Zwei Menschen sind dort in den letzten drei Wochen gestorben. Die Grippewelle sei ähnlich schwer wie vor zwei Jahren. Am Klinikum Nürnberg Süd wurden in diesem Jahr 69 Patienten zum Teil intensiv behandelt. Die Hälfte von ihnen hatte das Schweinegrippevirus H1N1. Das Uni-Klinikum Würzburg hat seit Anfang des Jahres über 90 Betroffene stationär aufgenommen. Hier kam es zu vier Todesfällen. Im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg liegen derzeit drei Grippepatienten. Einer von ihnen wird auf der Intensivstation behandelt. "Diese Welle ist außergewöhnlich. Zum Glück ist sie langsam am Abklingen. Wir hatten deutlich mehr Betroffene als in den Vorjahren", sagt die Regensburger Ärztin Dr. Christine Dierkes.

Der Bayerische Hausärzteverband beklagt, dass nicht genügend Impfstoff vorhanden sei. Die gesetzlichen Krankenkassen hätten einen Rabattvertrag mit einem einzigen Hersteller abgeschlossen. Dieser Impfstoff sei im Herbst letzten Jahres dann wegen Qualitätsproblemen, die im Nachhinein unbegründet waren, zurückgerufen worden. Es sei absolut unverantwortlich, wie hier die Gesundheit der Versicherten aufs Spiel gesetzt werde, sagt der Verbandsvorsitzende Dr. Dieter Geis.

Quelle: dpa