09.04.11

Kopfschmerzen und Kieferprobleme hängen oft zusammen

Pochend, dumpf oder drückend: 200 Arten von Kopfschmerzen quälen regelmäßig rund 55 Millionen Deutsche. Wenn der Kopf dröhnt, sind einer Expertin zufolge tatsächlich aber oft die Zähne schuld. Priv.-Doz. Dr. Anne Wolowski, Oberärztin für Zahnärztliche Prothetik an der Uniklinik Münster, erklärte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa, woran das liegt: „Wenn man mit den Zähnen knirscht oder die Kiefer fest zusammenbeißt, können Spannungs-Kopfschmerzen auftreten.“

„Bei bis zu 16 Prozent der Schmerzpatienten stehen Gesichts- und Zahnschmerzen im Zusammenhang“, sagte Priv.-Doz. Dr. Wolowski. Unklar ist jedoch oft, ob das Kopfweh Folge oder Ursache der Zahnschmerzen ist. Ein Besuch beim Zahnarzt ist in jedem Fall ratsam. Es gilt, herauszufinden, ob einzelne Zähne karieskrank oder entzündet sind. Oder ob sie beim Zubeißen stören und der Patient deshalb versucht, diese Zähne „wegzuknirschen“.

Auch Stress und andere psychische Belastungen können Priv.-Doz. Dr. Wolowski zufolge der Ursprung des Übels sein. Die Lösung sei dann eine Aufbissschiene, die hauptsächlich nachts getragen werde. Die Schiene hat den großen Vorteil, dass die Zähne geschützt sind und sich nicht zermahlen.

Auch bei Patienten mit Migräne ist der Zahnarzt oft der richtige Ansprechpartner. Wenn wegen des Schmerzes die Kiefermuskulatur angespannt wird, können Schienen diese entlasten. Mit einem Besuch beim Arzt sollten Kopfschmerz-Geplagte aber ohnehin nicht lange warten „Durch eine frühzeitige Therapie und Diagnostik lassen sich lange Leiden verhindern“, empfiehlt Priv.-Doz. Dr. Wolowski.

Quelle: dpa