25.03.11

Zeitumstellung: Belastung wird überschätzt

In der Nacht zum Sonntag, 26. auf 27. März, wird die Uhr um eine Stunde vorgestellt. Die gesundheitlichen Beeinträchtigungen dieser Zeitumstellung von Winter auf Sommer werden nach Einschätzung des Erfurter Schlafmediziners Dr. Bernd Mross überschätzt. "Ein Jetlag nach einem Flug ist mit Sicherheit schwerer zu verkraften", erklärt der Oberarzt vom Helios-Klinikum Erfurt. Nach Überzeugung des Mediziners hat nur eine sehr kleine Minderheit der Bevölkerung mit der Umstellung zu kämpfen. Das betrifft vor allem Menschen mit einem sehr streng geregelten Tagesrhythmus. 

Nach Darstellung von Krankenkassen macht die Umstellung auf die Sommerzeit aber doch vielen Menschen zu schaffen. Laut KKH-Allianz sorgt die Zeitumstellung bei fast jedem zweiten Menschen für Schlafprobleme.
Die DAK berichtet unter Berufung auf eine Forsa-Umfrage, dass vor allem die Ostdeutschen und die Baden-Württemberger mit der Zeitumstellung zu kämpfen hätten. Im Osten und im Südwesten hat nur etwas mehr als jeder Zweite keine Probleme mit der fehlenden Stunde.

Dr. Mross äußert sich zurückhaltend zu diesen Einschätzungen. "Die Sommerzeit kostet eine Stunde Schlaf, mehr ist das nicht", sagt er. "Deswegen ist man nicht weniger leistungsfähig." Nach Angaben des Mediziners, der am Klinikum für das interdisziplinäre Schlaflabor verantwortlich ist, hätte ein Schlafentzug nur über längere Zeit hinweg körperlich Folgen. "Wenn man über Wochen oder Monate auf eine Stunde Schlaf verzichtet, wäre es ungesund." Dr. Mross räumt allerdings Sommerzeit-Probleme bei Menschen ein, die ohnehin unter Schlafstörungen leiden.

Dr. Mross empfiehlt grundsätzlich auf eine gesunde Schlafhygiene zu achten. "Wichtig sind eine ungestörte Umgebung, Dunkelheit und der Verzicht auf aufregende Fernsehfilme oder Lektüre vor dem Schlafengehen." Auch mit Beginn der Sommerzeit sollte der normale Schlafrhythmus beibehalten werden. "Sich mittags hinzulegen, weil eine Stunde Schlaf fehlt, bringt nichts. Beim Jetlag macht man das ja auch nicht."

Quelle: dpa