04.03.11

Passionsblume ist Arzneipflanze des Jahres 2011

Der Studienkreis „Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzen“ an der Universität Würzburg hat die Passionsblume zur Arzneipflanze des Jahres 2011 gewählt. Den Wissenschaftlern zufolge wirken Extrakte der Pflanze beruhigend und Angst lösend. Werden sie aus den Blättern der Passionsblume gewonnen, ist ihre Wirkung am stärksten. Welche Inhaltsstoffe dafür verantwortlich sind, sei bislang aber noch unklar, so der Studienkreis, dem Medizinhistoriker, Ärzte, Apotheker und Biologen angehören. Es gebe aber die Vermutung, dass die Hauptwirkung der Pflanze auf die Substanzgruppe der so genannten Flavonoide zurückzuführen ist, die in der Passionsblume als große Molekülketten enthalten sind.     

Die aus der Pflanze gewonnen Extrakte werden bei nervöser Unruhe, leichten Einschlafstörungen und nervös bedingten Magen-Darm-Beschwerden eingesetzt. Neben den beruhigenden Effekten können  auch Ängste gelöst werden. Nach Angaben des Studienkreises wurde diese Wirkung durch Untersuchungen am Menschen festgestellt. Zu beiden Effekten komme es, weil im Nervensystem bestimmte Botenstoffe gehemmt werden. Ein Vorteil des Passionsblumenextraktes gegenüber vielen Psychopharmaka sei, dass keine Muskel entspannenden Effekte auftreten. Damit stehe ein alltagstaugliches Beruhigungsmittel auf pflanzlicher Basis zur Verfügung, das sich besonders gut tagsüber einsetzen lässt, urteilen die Wissenschaftler.

Die Passionsblume wuchs ursprünglich in den tropischen Urwäldern Mittel- und Südamerikas. Von ihr gibt es mehr als 400 Arten. Viele von ihnen tragen essbare Früchte. Als Obst ist bei uns aber nur die Maracuja bekannt.

Seit 1999 wählt der Würzburger Studienkreis die „Arzneipflanze des Jahres“. Damit wollen die Wissenschaftler jedes Jahr eine Pflanze vorstellen, die eine interessante Medizin- und Kulturgeschichte aufweist. Zudem wird darauf Wert gelegt, dass die medizinische Wirkung in wissenschaftlichen Studien nachgewiesen wurde.

Quelle: dpa
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